Juan-Pablo Villacura 
Neo Elan

27. August 2021—24. September 2021

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Juan-Pablo Villacura Vásquez 
1986 in Valdivia in Chile geboren.
Lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Münster 

2012–2013 Universidad de Chile, B.A. Schwerpunkt Bildende Kunst.
Seit 2019 Kunstakademie Münster (Gasthörer).

Gruppenausstellung
2019
„Nach unten offen“, Forum für Kunst und Architektur, Essen.
„Zuschlag_02“, Benefiz-Auktion der Freunde der Kunstakademie Münster, durchgeführt von Christie's Deutschland. WestLotto, Müster
Zuschlag für ein Bild für über 5.000 Euro
2021
Fresh Perspectives PT.2, Londonpaintingclub.com
BLUE.RED.DEEP.SQUARE, Corridor Contemporary Art Gallery. Tel Aviv, Israel.

Einzelsustellungen
2020
„It's not a training“, echtwert Galerie, Münster
2021
„11:11“, New Painting, WestLOtto, WL86.9, Münster
„Neo Elan“, echtwert Galerie, Münster

Statement:
Zeichen, Formen der Natur, Straßen, Rap. Abstrakter 
Expressionismus + Multi-Komposition (Horror Vacui), präkolumbische Kunst. Es sieht intim und fern aus. Multidirectional, ohne Hierarchie oder Unterbrechung, organisierte Akkumulation gegen Ablenkung, gegen Reduktion (Emoticon).
JP Wand Bum x 4
Bum! x 4
150 x 180 c m (B x H ) / Acryl, Ölstick, Sprühfarbe auf Leinwand / 2021
JP Wand J-P
J-P
120 x 150 cm (B x H ) / Acryl, Ölstick, Sprühfarbe auf Leinwand / 2021
JP Wand Saturn
Saturn
120 x 150 cm (B x H ) / Acryl, Ölstick, Sprühfarbe auf Leinwand / 2021
JP Wand Naranja
🍊 / Naranja
100 x 120 cm (B x H ) / Acryl, Ölstick, Sprühfarbe auf Leinwand / 2021
Preise auf Nachfrage
Ricardo Mancilla Garay, Kunstkurator (Chile), Instagram: @rimagaray

Spuren eines inneren Firmaments¹

„I didn’t know the cost of entering a song—was to lose your way back. So I entered. So I lost. I lost it all with my eyes wide open.“ Threshold, Ocean Vuong
In einem Kapitel seines Pollock gewidmeten Buchs „El Arte Moderno“² (1988) beschreibt der Historiker und Kritiker für italienische Kunst Giulio Carlo Argan die Genealogie des kreativen Keims dieses bemerkenswerten Künstlers, wobei er seine Erkenntnis der sich im Unterbewusstsein befindlichen “Vitalkräfte” herausstellt; ein verborgener Ort, den die Kunst erreicht, ein Ort jenseits der verlorenen biografischen Erinnerungen, aus dem die Impulse unseres Handelns hervorgehen. Angetrieben durch eine tiefe Enttäuschung vom progressiven Denken (dem Verstand) und vom Leben im Konsum, entwickelten die Vertreter der „New York School“ den abstrakten Expressionismus, eine Malerei ohne Planung, die aus der Spontaneität und der Introspektion entsteht um die Vitalität der Kunst zu zeigen, als freier Diskurs, der die Tradition der Malerei und ihre gegenständliche Darstellung demontiert. Die Abstraktion beendet die Illusion der Form und die Auferlegung von Ideen und Ordnung.
Indem er die abstrakte Tradition fortführt, trennt Juan Pablo Villacura das Werk von seinem narrativen Diskurs, wobei er mit einer absurden humoristischen und alltäglichen Logik das Bild von seinem Titel distanziert „eine Woche, Danke“, „Mehr“, „Die Kinder sind in den Ferien, ich kann malen!“, „Kinder/Schwimmen = Sonntag“, ÍEntscheidung um 19:47 Uhr“, „Das oder nicht?“, „Jetzt!, aber du kannst nicht“, zeigen beispielhaft die Intention unendliche Horizonte der Interpretation des Betrachtenden zu öffnen. Mit Acrylfarbe, Stiften und Sprühfarbe entwickelt er eine Ikonografie, die die Leinwand als einen Ort zeigt, an dem sich soeben ein existenzielles Ereignis abgespielt hat. (Argan, 1991)³; eine Art Negativ, auf dem die metaphysischen Spuren einer Persönlichkeit festgehalten wurden, die vielschichtig die Eindrücke ihres mikrokosmischen Universums zeigt.
Das Werk Villacuras ist Ausdruck einer menschlichen Erinnerung, weit entfernt von Verstand und seiner Biografie (Colombres, 20054⁴). Eine Sammlung von Ikonographien jenseits von Symbol und Bedeutung: Flecken, Farbfelder, Schattierungen, Graffitis und Bögen; Kollagen unregelmäßiger Formen in denen nur der Kreis eine vollendete geometrische Form abbildet und präsent ist als Spektrum in der Mehrzahl seiner Gemälde. Villacura präsentiert das, was über seinen Namen hinausgeht, in einer Art Anthropometrie, die Erscheinungsformen in ihrer authentischen Form festhält, und die tief unter der Haut spürbar sind.
Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, experimentierte der schwedische Künstler und Alchimist August Strindberg (1849–1912) mit einem fotographischen Verfahren um Himmelskörper authentisch abzubilden. Mitten im Wald setzte er lichtempfindliche Platten den Elementen aus. So wurden der Lauf der Sonne, der Sterne und des Mondes festgehalten und formten abstrakte Abbildungen des Universums. Diese Serie, genannt „Celestografien“, zusammen mit seinem Gemälde „Nacht der Eifersucht“ (1893), werden als Vorläufer des Abstrakten angesehen.
1901 wurde diese Erfahrung mit metaphysischen Formen vorweggenommen mit der Veröffentlichung des Buches „Thought-Forms“ (1901, London) von C.W. Leadbeater. Mit einer mystischen Betrachtungsweise erforscht er das Zusammenleben des Menschen mit geistigen Wesenheiten, die an den unterschiedlichen menschlichen Erlebnissen teilhaben.
Villacura experimentiert mit „bildlicher Technologie“, Formen der Exploration seiner inneren Welten. Seine Leinwände sind, wie die Fotografien von Strindberg, ein Abbild seines mikrokosmischen Firmaments.

¹
Gewidmet dem Historiker und Kunstkritiker Guillermo Machuca (1962-2020, Chile).
² Giulio Carlo Argan. El arte moderno, Madrid: Ediciones Akal, 1998.
³ Ebenda
⁴ Colombres, Adolfo. Teoría transcultural del arte. Hacia un pensamiento visual independiente. Buenos Aires: Del Sol, 2005.

Kontakt

Albert Bartel
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